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Die Hoffnung stirbt zuletzt

Juli 18, 2009

Ich bin ein furchtbarer Bloggerist. Da lasse ich wochenlang rein gar nichts von mir hören und jetzt haue ich schon den zweiten Text innerhalb weniger Stunden heraus. Ich kenne mich da ja nicht aus, aber ich bin mir sicher, dass ich damit gleich gegen einen ganzen Batzen offizieller Blog-Regeln verstoße. Hoffentlich verrät mich keiner.

Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass ich gerne Schreibe. Die Qualität meiner Texte mag noch zu wünschen übrig lassen, aber zumindest habe ich riesigen Spaß daran und ich schiele schon neidisch auf jene Leute, die ihr Geld zum großen Teil, beziehungsweise komplett damit verdienen, ihre Phantasie auf Papier zu bannen. Dabei denke ich jetzt weniger an Journalisten oder PR-Menschen sondern mehr an den seltenen Schriftsteller. Und weil ich von Natur aus Optimist bin und mir noch das Sprichwort meiner Mutter „Du kannst alles schaffen, wenn du nur willst“ im Ohr nachhallt, habe ich die Hoffnung auf eine literarische Karriere noch lange nicht aufgegeben. Welch kindischer, naiver Wunsch, aber so bin ich nunmal;)

Und das Schlimme ist, ich habe neuen Mut gefasst. Schuld daran ist dieser Artikel aus der Frankfurter Rundschau vom 16. Juli. Für die faulen Leser unter euch, die jetzt nicht den Nerv haben, den ganzen Text selbst zu lesen, hier die Quintessenz: Der erste Harry Potter Band wurde damals von mindestens acht Verlagen abgelehnt und als nicht gut genug befunden. Den Siegeszug des nervigen Zauberlehrlings, der daraufhin folgte, kennen wir ja alle. Die sieben Bände wurden in 67 Sprachen übersetzt, mehr als 400 Millionen Mal verkauft und deren Verfasserin, die ehemalige alleinerziehende Sozialhilfeempfängerin Joanne Rowling, ist jetzt die reichste Frau Englands.

Und das scheint kein Einzelfall zu sein. „Moby Dick“ wurde von den ersten Lektoren abgelehnt, „Das Parfum“ war den Verlagen zunächst nicht gut genug und auch „Der Name der Rose“ stieß nicht sofort auf das erhoffte Interesse. Alles Titel, die später zu Welterfolgen wurden. Besonders respektabel ist das Beispiel einer deutschen Schriftstellerin, deren Name mir so rein gar nichts sagen will. Zitat FR: „Petra Hammesfahr [handelte sich] nach eigenen Angaben exakt 159 Absagen ein, ehe ihr mit dem Roman „Die Sünderin“ der Durchbruch gelang.“

159 ist eine sehr große Zahl. Wenn ich mir so viele Klatschen abgeholt hätte, würde ich mir schon die Frage stellen, ob ein anderer Beruf nicht eventuell besser für mich geeignet wäre. Aber da es ja anscheinend bei der 160. Bewerbung geklappt hat, wird diese Zahl ab jetzt mein Richtwert sein. Ich werde mich ab morgen äußerst gut gelaunt daran setzen ein Buch zu schreiben. 160 Absagen muss mir erstmal einer schicken. Bis dahin freue ich mich tierisch darauf, ein verdammt erfolgreicher Schriftsteller zu werden.

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