Das Internet ist so schlau

Juli 10, 2009

Die Franzosen haben es echt drauf. Das Magazin „Le Tigre“ startete im Dezember vergangenen Jahres eine Serie mit dem Titel „Das Google-Porträt“ und sorgte damit für großes Aufsehen. Der erste Teil richtete sich an einen gewissen Marc L., ein Onlineleser der Zeitschrift, und fing an mit den Worten:

„Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, lieber Marc. Am 5. Dezember 2008 wirst du 29 Jahre alt. Ist es okay für dich, wenn wir uns dutzen, Marc? Du kennst mich nicht, aber ich ich kenne dich gut.“

Auf den folgenden zwei Seiten plauderte der Autor jede Menge private Details über Marc aus. Im Frühjahr 2008 habe er beispielsweise eine Geschichte mit Claudia gehabt, „charmant, kleine Brüste, kurzes Haar, schöne Beine.“ Es folgen weitere Einzelheiten zu Marcs Liebesleben, zur Familie, Geschichten über seine Vergangenheit in einer Rockband und noch viele viele Dinge mehr, die eigentlich niemanden etwas angehen. Sollte man zumindest meinen.
Natürlich folgte der empörte Aufschrei auf den Fuß. Der 29-jährige Franzose war geschockt über die fiese Kampagne der Zeitschrift gegen seine Person und zog umgehend einen Anwalt zu Rate.

Doch dann dämmerte es Marc L.. Woher wusste der Autor so viel über sein Privatleben? Natürlich aus dem Internet. Fein säuberlich hatte Marc in den vergangenen Jahren sein Facebookprofil gepflegt, stets neue Bilder auf Flickr gestellt und Videos auf Youtube hochgeladen. „Geheimnisse“, die für Jedermann frei zugänglich war. „Le Tigre“ musste lediglich sämtliche Plattformen abklappern und die Informationen fein säuberlich in einem Text verpacken.

Eine Klage scheiterte, die Redaktion erklärte sich aber bereit, auf der Internetseite die Namen der Betroffenen zu verändern und besonders pikante Details auszulassen. Das gedruckte Magazin mit den Originalangaben lag zu diesem Zeitpunkt aber schon längst in etlichen französischen Haushalten.

Wie klug ist das denn? Eine Geschichte, die einerseits die Sensationsgier der Leser befriedigt, auf der anderen Seite aber schonungslos auf Missstände aufmerksam macht und damit sogar wirklich etwas bewirkt. Marc L. hat seine Lektion nämlich gelernt und, so weit es zumindest möglich war, sämtliche Informationen über sich aus dem Internet genommen. Und da wird er nicht der Einzige sein. Ich werde jetzt auch erstmal die Nacktfotos auf StudiVZ löschen.


Augenblick

Juni 15, 2009

Ich hatte vor geraumer Zeit mal erwähnt, dass ich nebenbei auch noch ein echtes Leben führe. Und dieses böse, böse echte Leben ist wieder einmal Schuld, dass ich das Blogschreiben derzeit so sehr vernachlässige. Auch wenn es mir sehr leid um unterbelichtet und ueberbelichtet tut, muss ich leider zugeben, dass das Studium, die Freundin und der Sport gerade einfach zu viel Zeit in Anspruch nehmen und ich leider nicht die Ruhe habe, mich mal wieder an eine Geschichte beziehungsweise einen Beitrag zu setzen. Auch wenn es mir so richtig in den Fingern kribbelt…

Damit ihr aber seht, dass ich weiß Gott nicht auf der faulen Haut liege, schaut euch doch einfach mal Folgendes an. Augenblick heißt das ganze und ist ein Weblogprojekt der FH, das meine Komilitonen und ich derzeit betreuen und leiten. Unter dem Dach der christlichen Internetseite chrismon.de schreiben wir über Religion und Spiritualität, beschäftigen uns mit Spaghettimonstern, meditieren und haben dabei sogar schon einen gebrochenen Fuß gehabt.

Und weil Religion ja ganz genau mein Thema ist…NICHT, habe ich mich die ersten sechs Wochen des Projektes sehr zurückgehalten und ersteinmal das bunte Treiben der Anderen beobachtet. Aber da ich ja den Schein für den Kurs brauche, musste ich schließlich dem drängenden Bitten meines Professors nachgeben und auch einen Text schreiben. Rausgekommen ist ein Streitgespräch über den Glauben mit meinem Mitstudenten Daniel. Er glaubt fest und eifrig an Gott, ich habe die andere Position eingenommen und argumentiere fleißig dagegen. Nach knapp einer Stunde skypen hatten wir ein ellenlanges Gesprächsprotokoll in drei Teilen zusammen, den ersten Part seht ihr hier. Leider habe ich damit eine Lawine losgetreten und bin nur noch am Kommentieren, weil ich mit meiner atheistischen/agnostischen Haltung auf einer christlichen Seite nicht unbedingt auf große Zustimmung stoße. Aber die Diskussion ist sehr interessant und es lohnt sich, sie mal zu verfolgen.

In spätestens einem Monat gehen die Semesterferien los. Dann habe ich wieder viel Zeit für meine eigenen Blogs. Was jetzt aber nicht heißt, dass ich bis dahin nichts mehr von mir hören lasse…


Max der Maulwurf

Mai 18, 2009

Es soll ja nicht nur den netten, entspannten Bahnkunden geben, der ewig Zeit hat, eine unendliche Geduld und über kleine bis mittelschwere Verspätungen locker drüber hinwegsehen kann. Nein, auf der anderen Seite gibt es nämlich noch den jähzornigen Pendler mit akutem Bluthochdruck, der täglich von Hinterzupflingen in die Großstadt mit dem Zug fährt. Drei Stunden ist er unterwegs, eingepfercht mit der gesamten Landbevölkerung des Kreises in zwei kleinen stinkenden Waggons, vier mal steigt er um und das alles für knapp 50 Kilometer Reisestrecke. Das Auto kann er nicht nehmen, weil das seine Frau benutzt, was für das konservative Männchen an sich schon Demütigung genug ist. Abends dann die gleiche Prozedur, nur in die andere Richtung. Alles in allem ist dieser Typus Fahrgast für jeden Bahnservice-Mitarbeiter oder Fahrschein-Kontrolleur der wandelnde Albtraum.

Und als ob die Situation an sich nicht schon schlimm genug wäre, kommt es hier und da, dann und wann auch mal zu „leichten“ Verspätungen des Gleisverkehrs. Mal gibt der Zugwagen seinen Geist auf, mal läuft eine Schafherde auf die Strecke und manchmal soll es auch vorkommen, dass die Bahn ihr hochmodernes Schienenetz ausbauen beziehungsweise reparieren muss. Unvermeidlich. Schließlich hat das Transportunternehmen einen Ruf zu verlieren, den sie besonders in den letzten Wochen und Monaten gehegt und gepflegt hat.
Jetzt gehört zu diesem berühmt-berüchtigten Bahnservice auch, dass die Kunden über Baustellen und damit mögliche Verspätungen informiert werden. Im Zug von Dieburg nach Babenhausen ist mir folgendes interessantes Plakat aufgefallen: Quelle: Bahn.deQuelle: Bahn.de

Max Maulwurf informiert seit mehr als zehn Jahren über das aktuelle Baugeschehen, nimmt sich der Sorgen der Kunden und Anwohner an und wirbt auf seine unnachahmliche Weise um Verständnis.

Haben die Leute, die für diese Kampagne verantwortlich sind, schonmal einen Fahrgast gesehen, der aufgrund eines verspäteten Zugs ein wichtiges Meeting oder seinen Urlaubsflieger verpasst hat??? Wie ihm der Kragen anschwillt, die Halsschlagadern hervortreten und ihm die Luft vor lauter Zorn wegbleibt? Genau diese Menschen warten auf einen sprechenden Maulwurf, der sie aufheitert. Ich wünsche mir, dass die Bahn einen ihrer Mitarbeiter in so ein Maulwurfkostüm steckt und ihn an einem x-beliebigen Kleinstadtbahnhof dieser Republik um Verständnis werben lässt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich die Kunden und Anwohner über diesen „Service“ freuen und sich seiner annehmen werden. Spätestens bei der ersten Verspätung werden all die wütenden Pendler ihm auf ihre „unnachahmliche Weise“ ihren Unmut äußern.

P.S.: Hartmut Mehdorn könnte den Job doch machen. Der hat ja jetzt Zeit.


Sexuell ausgehungert?

Mai 14, 2009

Liebe Leser,

es ist glaube ich an der Zeit, ein Geheimnis mit euch zu teilen. Meine Einstellung zu dem ganzen Blog-Thema hat sich in den letzten Wochen ein wenig geändert. Natürlich geht es mir in erster Linie immer noch darum, Texte zu schreiben und zumindest der Illusion aufzusitzen, ich hätte etwas veröffentlicht. Aber jetzt, wo unterbelichtet und ueberbelichtet schon eine Weile laufen und die ersten Leser ihre vorsichtigen Kommentare zu meinen Geschichten abgeben, muss ich gestehen, dass mir die sich stetig vergrößernde Mini-Community immer mehr ans Herz wächst. Sie heucheln Interesse, lachen über den ein oder anderen Witz, manchmal habe ich sogar das Gefühl, sie verstehen, was ich ihnen sagen will. Kurz: Ich liebe sie.

Also habe ich beschlossen, mehr auf ihre bzw eure Bedürfnisse einzugehen. Ich will mein Ohr am Konsumenten haben, rausfinden, was er will, was seine Träume sind. Das sind alles Gedanken, die mich schon länger beschäftigten. Nun ist etwas passiert, was mich darin bestärkt, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Vorgestern, am 12. Mai, habe ich die Pilotfolge von „Die Porno-Telenovela“, kurz: „DPTN“, veröffentlicht. Aus einer Laune raus kam mir die Idee, wie interessant es doch wäre, eine Serie in der so schmutzigen Welt der Erotikindustrie anzusiedeln und auch mal den Menschen hinter den sexbesessenen Darstellern ins Rampenlicht zu zerren und nicht nur deren Geschlechtsteile. Ein Konzept, das sehr gut angenommen wurde, wie sich am nächsten Tag herausstellte.

Am 13. Mai nämlich schnellte die Besucherzahl von ueberbelichtet um knapp das achtfache nach oben und dort hält sie sich jetzt schon den zweiten Tag in Folge. „DPTN: Das entzückende Honigpferdchen“ schlug den bisherigen Rekordhalter „Der Vorhautzwerg“ im Rennen um den Top-Beitrag in nur 24 Stunden um das Doppelte. Und das obwohl der Zwerg schon seit drei Wochen online ist. Gut, eine handvoll der neuen Besucher stieß über ominöse Suchwörter wie „notgeile frauen in hamburg gesucht“ und „leidenschaft hört nie auf“ zu unserer illustren Runde, aber diese verirrten Seelen alleine erklären nicht einen Anstieg um knapp 800 Prozent. (Die absoluten Zahlen, von denen wir hier reden, sind realtiv gering, aber es geht ja um’s Prinzip.)

Der Grund muss auch bei euch, liebe Leser, zu finden sein. Heißt das jetzt, dass ihr sexuell ausgehungert seid und es euch nach mehr Geschichten dieser Art gelüstet? Wollt ihr mehr lesen von dem Spagat, der sich zwischen prickelnder Erotik und menschlichen Abgründen auftut? Man sagt ja, in jedem steckt ein kleiner Voyeur. Auch hier werde ich eurem Ruf folgen. Wer aber nur noch schmutzige Geschichten à la „Schlüpfer, Sex und Stöckelschuhe“ erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Schließlich wollen wir uns einen gewissen Restanspruch bewahren und außerdem könnten ja Minderjährige und (zumindest in diesem Fall) schlimmer noch, meine Eltern mitlesen.

Herzlichst

Der Autor


Ja ja, der neue Star Trek Film

Mai 10, 2009

Erwähnte ich bereits, dass ich für mein Leben gerne ins Kino gehe? Gestern habe ich es schon wieder getan. Bewaffnet mit Mundschutz und Desinfektionsspray (gegen die alles vernichtende Schweinegrippe) war ich in der Mitternachtsvorstellung von Star Trek und ich muss ganz klar sagen: Ja, äh, so mittel.

Der Mensch lernt ja immer dazu, so auch ich manchmal, und deshalb habe ich es mir in den letzten Jahren abgewöhnt, mit Erwartungen – welcher Art auch immer – ins Kino zu gehen. Vielen Filmen, die im Vorfeld maßlos gehyped wurden (Indiana Jones 4, Star Wars Episode 1-3, usw), ging dann auf der Leinwand die Luft aus und die Enttäuschung war groß.
Eine Gefahr, die auch für den Star Trek Reboot bestand, und alles andere als klein war. Die Erwartungen, die die Marketingkampagne in den vergangenen Monaten geschürt hatte, waren enorm, die mögliche Fallhöhe lag ungefähr bei 973 345 223 Kilometern. Wenn nicht noch höher. Und weil ich eben doch nicht immer vernünftig bin, konnte auch ich mir die Vorfreude auf Kirk, Spock und Konsorten nicht verkneifen. Wenn sogar die Süddeutsche Zeitung begeistert ist, kann der Film ja eigentlich gar kein Flop werden. Oder doch?

Die kurze Zusammenfassung der Geschichte gibt es hier. Dem Autoren von Film Freunde hat der Streifen nicht unbedingt gefallen. Die Review hätte einen Hauch weniger Zynismus vertragen können, aber teilweise muss ich ihm einfach zustimmen. Die Story ist grauenhaft. Manchmal scheint es, als ob der Drehbuchautor einen Workshop für Kreatives Schreiben an der Volkshochschule besucht hat, und einfach mal eine Stunde lang ungefiltert das auf Papier bannte, was ihm in den Sinn kam. Leider schien er dabei betrunken gewesen zu sein. Die Storyline ist stellenweise unglaublich wirr, unlogisch und an den Haaren herbei gezogen, dass es schon fast weh tut. Aber das war in den vorangegangenen Episoden auch nicht anders. Gibt es auf der ganzen Welt keine Star Trek Drehbuchautoren, die mal einen vernünftigen Roten Faden spinnen können? In einem Science-Fiction-Film erwartet man ja ein gewisses Maß an Übertreibung und unwahrscheinlichen Verläufen, aber so ein hanebüchener Unfug, wie in dem neuen Star Trek, passiert einfach nicht!!! Wer sich mal den Spaß machen will, liest sich auf Wikipedia die Geschichten der letzten Star Trek Filme durch. Da bekommt man das Kotzen.

Auf der anderen Seite hat der Film so viele verdammt gute Ansätze. Die neue Crew bringt nach all den Jahren und (sorry)all den alten Säcken endlich mal wieder frischen Wind in das Star Trek Universum und die neuen Schauspieler machen ihre Sache echt gut. Die Optik erinnert an die alten Filme und die Ur-Serie, wirkt aber dennoch modern, die Action ist solide, die Weltraumszenen sind okay und vor allem: Ich liebe die ganzen Andeutungen und Verweise auf die Zukunft. Sympathisch ist auch die Tatsache, dass sich der Film nicht so ganz ernst nimmt. „Scotty“ und „Pille“ feuern einen lustigen Spruch nach dem anderen ab, Kirk und Spock spielen sich langsam als Duo ein und Regisseur J. J. Abrams hat weitgehend auf übertriebenen Pathos verzichtet. Kurz: Der Charme der alten Serie ist wieder da.

Der Film wirkt, als ob zwei verschiedene Gruppen daran gebastelt hätten, die sich aber nie begegnet sind, sich nicht kannten und auch nicht die selbe Sprache sprechen. Die eine Gruppe (die bessere) hat ein tolles Gerüst gebaut, die Crew gecasted, die Optik konzipiert und eine Vision gehabt. Die andere Gruppe (die schlechtere, blinde) hat sich die Story ausgedacht und in das Gerüst eingefügt (oder besser: reingeprügelt).
Der Film hätte richtig gut werden können. So hat er leider nur das Prädikat „Popcornkino“ verdient. Wenn auch sehr unterhaltsames Popcornkino. Ich bin auf den nächsten Star Trek gespannt. Der eingeschlagene Weg ist nämlich der richtige.

P.S.: Popcornessen ist mit Mundschutz ganz schön schwierig und macht eine große Sauerei.


Allerlei

Mai 8, 2009
  • Kinder, wie die Zeit vergeht. Knapp eine Woche ist es her, dass ich das letzte mal gepostet habe. Ich bereue, versinke vor Scham im Boden und gelobe Besserung. Der normale 24 Stunden Tag ist einfach zu kurz, um zwei Blogs gleichzeitig am Laufen zu halten, denn ich muss zugeben, auch wenn es viele erschrecken mag, dass ich noch ein echtes Leben habe. Ist jetzt nichts großes, um Gottes Willen, ich führe dieses „echte“ Leben auch nur nebenbei ein bisschen in der Freizeit, aber es verbraucht trotzdem Zeit und Energie. Und wenn ich dann in diesem „echten“ Leben auch noch ein Referat für mein Studium ausarbeiten muss, dann habe ich in der verbleibenden Zeit keine Lust mehr, noch Geschichten und Blogeinträge zu verfassen. Also sei mir verziehen.
  • Die Vielzahl der unterschiedlichen Suchbegriffe, mit denen die Leute auf meine Blogs aufmerksam werden, ist ein Indiz dafür, dass ich Leser in beinahe allen Gesellschaftsteilen habe. Darunter sind unter anderem Katzenliebhaber, Kinderliebhaber, Bondageliebhaber, Angelsachsen, Menschen, die auf der Suche nach psychologischem Rat sind, etc. Mein Blog bietet anscheinend eine bunte Vielfalt an Themen für Jedermann. Das breite Interesse ehrt mich und ich werde dem Ruf des Volkes Nachkommen und weiterhin mit offenen Augen durch die Welt gehen und für sie, meine sehr verehrten Leser, darüber berichten.
  • Übrigens: Die neuen Favoriten für das lustigste Suchwort des Monats und damit die Nachfolger von „Meine Mutter ist immer schlecht gelaunt“ und „Mädchen in Hand- und Fußfesseln“ sind: „Verstopfung bei Babykatzen“ und  „Angelsachen im Penny“. Die Wahl ist wieder ein mal äußerst schwierig.Vielleicht starte ich in den nächsten Wochen eine Umfrage, welcher Suchbegriff euch am meisten überzeugt hat. Die Sieger-Suche bekommt dann eine maßgeschneiderte Geschichte auf ueberbelichtet.
  • Bevor die tödliche Schweinepandemie bald auch Nidderau erreicht und das Aufsuchen größerer Menschenansammlungen dann den sicheren Exitus bedeutet, war ich am vergangenen Freitag noch ein aller letztes Mal im Kino, und zwar in „Wolverin“. Eigentlich interessierte mich der Film gar nicht, weil ich von der ursprünglichen X-Man Reihe nur den ersten Teil gut fand, aber dann bekam ich doch überraschend unterhaltsames Popcornkino zu sehen. Wobei unterhaltsam schon die richtige Bezeichnung ist. Das Prädikat „gut“ wäre übertrieben (zu viele unlogische, voraussehbare und kitschige Stellen), „schlecht“ würde dem Film aber auch nicht gerecht werde (gute Action, ein cooler Hauptdarsteller und schöne Anspielungen auf die ursprüngliche X-Men Trilogie). Ein Meisterstück ist es nicht, aber die DVD sollte man sich in ein paar Wochen auf alle Fälle ausleihen.
  • Ich lese derzeit:

Reportagen schreiben – Von der Idee bis zum fertigen Text Ich muss bis nächste Woche ein Portrait über eine Person schreiben, die irgendetwas besonderes kann oder erlebt hat. Bis zum 14. habe ich Zeit. Wenn jemand Vorschläge hat, bitte schnellstens bei mir melden;)

Die Unendliche Geschichte Wenn sich mein Traumberuf „Kinder/Fantasygeschichten-Bestsellerautor“ noch in diesem Leben verwirklichen soll, muss ich mir schleunigst das nötige Know-How aneignen. Zu Studienzwecken lese ich jetzt auch Kinderbücher. Die unendliche Geschichte dürfte jedem ein Begriff sein. Bis zur Hälfte ist das Buch sehr lesenswert, spannend und fantasievoll. Danach wird die unendliche Geschichte leider auch unendlich langweilig. Der Film von 1984 hat es (soweit ich mich erinnere) richtig gemacht und den zweiten Teil ganz weggelassen. Sehr vernünftig.

Bartimäus – Das Amulett von Samarkand Die Schwester meiner Freundin hat mich auf Bartimäus aufmerksam gemacht. Mir sagte der Name gar nichts, gestern habe ich mir den ersten Teil gekauft und die ersten 200 Seiten verschlungen. Ich bin begeistert. Ein bisschen wie Harry Potter nur nicht so glatt gebügelt und mit einer gehörigen Portion schwarzem, richtig bissigem Humor. Die restlichen 400 Seiten werde ich nachher verschlingen…

So, jetzt reichts aber auch!!!


Ich verbreite jugendgefährdenden Inhalt…..NICHT

Mai 3, 2009

Eigentlich sollte der Beitrag „self-fullfilling prophecy“ eine einmalige Angelegenheit werden. Aber da immer mehr Leute mit lustigen Suchanfragen auf meine beiden Blogs „unterbelichtet“ und „ueberbelichtet“ aufmerksam werden, ist das schon eine neue Kategorie wert.

Also: In der Kategorie „Lustigste Suchanfrage“ nominiere ich heute:

„Mädchen in Hand- und Fußfesseln“ (ueberbelichtet)

Im Gegensatz zu „Meine Mutter ist immer schlecht gelaunt“ kommen die Fesseln (wenn auch ohne das Mädchen) wirklich in einem meiner Beiträge vor. Eine Milieu-Studie über ein volljähriges(!), zwergwüchsiges Männchen, komplett harmlos und frei von jeglichem jugendgefährdendem Inhalt. Dennoch mache ich mir große Sorgen. Ist nicht erst kürzlich das neue Gesetz gegen Kinderpornografie verabschiedet worden? „Mädchen in Hand- und Fußfesseln“? Oh oh, das könnte ein ganz blödes Licht auf mich werfen. Also falls auf meinen beiden Blogs bald das große, rote Stoppschild vom BKA prangert und ihr nichts mehr von mir hört, dann habe ich Besuch von netten Herren in grünen Uniformen bekommen. Zumindest hätte ich dann auch eine Ausrede für mein Referat morgen.

Und Allen, die mit der Suchanfrage wirklich kinderpornografisches Material finden wollten, sei an dieser Stelle gewünscht, dass sie zur Rechenschaft gezogen und hart bestraft werden. Meiner Meinung nach gibt es nichts abstoßendereres und ekelhafteres, als Menschen, die sich an Kindern vergreifen. Auch wenn es nur passiv am Bildschirm geschieht.


Self-fulfilling prophecy

April 28, 2009

Verdammt, es ist kurz vor 1 Uhr nachts und ich will unbedingt ins Bett, aber das ist einfach zu lustig: In den Statistiken, die WordPress anbietet, kann ich mir beispielsweise anschauen, wieviele Leser unterbelichtet hat, auf welche Links die dann weiter klicken und unter anderem auch, mit welcher Google-Suchanfrage sie unterbelichtet ausfindig gemacht haben. Und was lese ich da heute? Ein Besucher kam mit folgender, sehr trauriger Feststellung auf meinen Blog:

„Meine Mutter ist immer schlecht gelaunt“

Also habe ich nochmal alle meine Einträge durchgelesen und da steht nirgendwo, dass meine Mutter immer schlecht gelaunt ist. Ja gut, manchmal ist sie das schon, aber das kommt in den besten Familien vor und darüber würde ich bestimmt auch nicht bloggen. Die Suchmaschine hat also keinen Grund, bei der Anfrage ausgerechnet auf meine Seite zu verlinken. Ich habe damit nur Ärger. Meine eigene Mutter wird das nämlich morgen lesen (Hallo Mama;), die Aussage auf sich beziehen und sich dann wundern, warum ich solche Behauptungen ins Internet schreibe, die ganz klar falsch sind. Dann ist sie schlecht gelaunt, weil ich ja angeblich so schlecht von ihr denke und schwupp, haben wir eine self-fulfilling prophecy. Schon lustig, wie das Leben manchmal so spielt. Mama, es tut mir leid…


Irgendwelche Buchtipps?

April 27, 2009

Ich habe mein eines Buch daheim durchgelesen und denke darüber nach, mir ein Zweitbuch anzuschaffen. Die massive Auswahl in der Buchhandlung überfordert mich aber. Also, liebe Besucher von unterbelichtet, was lest ihr gerade? Was habt ihr als letztes gelesen? Wie fandet ihr’s? Am besten mit dem Amazonlink posten. Danke:)


Welche findest du am hübschesten?

April 26, 2009

Kaum habe ich die Rubrik „Alltägliches, das mich tierisch annervt“ eröffnet, fallen mir immer mehr kleine (Achtung Neologismus:) Bescheuertlichkeiten in meinem Alltag auf. Mein Leben ist toll. Keine Frage, aber getreu dem Ausspruch „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“(Friedrich Schiller) gibt es immer genug Gründe, sich aufzuregen.

Seit vergangenem Freitag wohne ich übergangsweise mit meiner Freundin zusammen. Und als ob das nicht schon an sich schwer genug wäre, muss ich jetzt auch noch die sonntäglichen Wiederholungen von „Deutschland sucht den Superstar“ und „Germanys next Topmodel“ anschauen. Einen gewissen Unterhaltungswert kann man beiden Shows nicht absprechen. In der einen gibt es ab und zu mal gute Musik und solide Gesangsleistungen, in der anderen räkeln sich teilweise hübsche Mädels in lasziven Posen vor der Kamera. Es ist eine seichte Form der Unterhaltung, ABER es ist Unterhaltung. Wenn auch mit enormen Konfliktpotential für eine Beziehung. „Sag mal“, fragte mich meine Freundin bei der Wiederholung von Germanys next Topmodel, „welche von denen findest du eigentlich am hübschesten?“ Eine Falle, und ich hätte sie vorher bemerken müssen. Stattdessen antwortete ich blauäugig, wie ich nunmal bin: „Naja, ich finde die, mit den braunen Haaren, ist ein ganz schönes Brett und die da rechts ist auch ganz schick.“ Großer Fehler. Vor zwei Minuten lagen wir noch harmonisch Arm in Arm oder besser Kopf auf Schoß auf der Couch, jetzt war er los, der Teufel. „DIE dumme Blunze findest du hübsch? Das ist jetzt nicht dein ernst oder?“
Mein Abend war damit gelaufen. Der nächste Tag genau genommen auch. Sätze wie: „Dann such dir doch verdammt nochmal ne Brünette.“ (meine Freundin hat rote Haare) fielen noch in die Kategorie „harmlos“. Frauen haben dabei die besondere Gabe, solche Sätze mit einer ganz besonderen Körpersprache zu untermauern bzw noch tausendmal zu verstärken. Während sie das sagen wird der Kopf schräg nach oben zur Seite weg gedreht, die Unterlippe schiebt sich über die Oberlippe und gleichzeitig geht die Stimme um mindestens eine Oktave nach oben (und die Laune um mindestens zwei nach unten). Diese geballte Ladung aus Wut, Enttäuschung und verletzter Eitelkeit wird dann auf den armen Mann abgeschossen, der damit vollkommen überfordert ist! Er wurde gefragt und hat nur seine ehrliche Meinung gesagt. Ganz brav wie er es zu hause gelernt hat. Trotzdem naiv und einfach blöd…He he