Archive for Juli, 2009

8 Mile

Juli 28, 2009

Ich weiß, die Idee ist total bescheuert, also verkneift Euch blöde Kommentare, aber es hat mich gerade gepackt und lässt mich zumindest in diesem Moment nicht mehr los. Ich habe vor einer Stunde eine Internetseite gefunden, die kostenlose Beats zur Verfügung stellt und versucht, auf einige der Stücke zu texten. Es sind nur ein paar Wörter beziehungsweise Sätze geworden, ganz schlechte Reime und bei Weitem noch nichts, was nur ansatzweise das Licht der Öffentlichkeit erblicken darf, aber ich freu mich just in diesem Moment wie ein kleines Kind. Ich liebe Hip Hop und wollte das schon immer mal ausprobieren. Und um im Slang zu bleiben: Alter ist das schwer! Vor Allem weil ich absolut null Ahnung habe, wie man an so etwas ran geht. Hört man sich den Beat an und schreibt gleichzeitig oder reimt man was zusammen und schneidert dann die Melodie dazu? Also falls sich jemand näher damit auskennt: Ich brauche Hilfe, Tipps und Anregung! Grins.

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Fremdschämen

Juli 28, 2009

Oh mein Gott, was ist denn mit unserem Fernsehprogramm los? Mit jedem Jahr scheint es auf der Qualitätstreppe weiter nach unten zu gehen. Aber wer dachte, der Keller sei mit Big Brother und dem Dschungelcamp bereits erreicht, den belehrt Pro 7 jetzt eines Besseren. Seit wenigen Wochen läuft Samstag abends zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr das „Sommermädchen 2009“ auf dem Münchener Privatsender. Für diejenigen, denen der Name nichts sagt: Auf der offiziellen Website wird das Konzept hinter dem viel sagenden Titel in wenigen Worten erklärt:

ProSieben sucht die beste Frau Deutschlands.
Wer ist so schön wie schlau? Wer ist so sportlich wie elegant? Wer ist so lustig wie mutig?

Aha, und was zeichnet denn die „beste Frau Deutschlands“ aus?

Sonne, Strand und jede Menge Wettkämpfe: In Spanien stellen sich die Mädchen den unterschiedlichsten Herausforderungen und werden dabei auf Herz und Nieren geprüft: Wer bläst eine Luftmatratze am schnellsten auf? Wer ist die Heißeste am Grill? Wer macht die beste Figur auf der Wasserrutsche? Und wer singt die schrägsten Partylieder – ohne schräg zu singen? Wer die Aufgaben am schlechtesten löst, muss das Sommermädchen-Camp verlassen. Nur die Mutigste, Lustigste, Schönste – nur die Beste wird das „Sommermädchen 2009“!

Man könnte das Konzept auch noch knapper beschreiben: Eine handvoll dummer Blunzen macht sich halb nackt vollkommen grundlos zum Affen.
Wie gerne wäre ich dabei gewesen, als diese Idee das erste Mal dem Programmdirektor vorgestellt wurde. Ob er anfing lauthals zu lachen? Vielleicht hat er aber auch nur geweint und mit beiden Fäusten auf den Schreibtisch getrommelt, weil er wusste, dass er die Volksverdummung nicht aufhalten kann. Ich weiß es leider nicht und werde es auch nie erfahren.
Zum Glück scheint die Show alles andere als gut zu laufen. Die erste Folge hatte laut Spiegel Online nur 4,4 Prozent Einschaltquote. Die folgenden Episoden waren nur unwesentlich erfolgreicher. Es wäre aber jetzt ein Trugschluss zu behaupten, die Fernsehzuschauer hätten Vernunft angenommen und sich für ein anspruchsvolleres Programm entschieden. Die Leute, die sich noch nicht an halbnackten Weibern und peinlichen Spielen satt gesehen haben, sind samstags um 20:15 Uhr auf den Ballermannpartys der Republik und lassen sich zu Musik von Mickie Krause Sangria in die Birne fließen. Tja, Pech gehabt Pro 7.

Und hier noch ein paar „beeindruckende“ Ausschnitte aus dem „Sommermädchen 2009. Fremdschämen kann so herrlich sein.

Alphabetin

Der Bodycheck

Die Geister, die ich rief

Juli 18, 2009

Goethe hat’s immer gewusst nur der arme Josch hat’s nicht gesehen. Der ein oder andere von Euch wird den „Zauberlehrling“ von Johann Wolfgang kennen und damit sicherlich auch das berühmte Zitat „Die ich rief, die Geister, / Werd’ ich nun nicht los.“ Allen, die damit rein gar nichts anfangen können, sei dieser Link ans Herz gelegt um die Wissenslücke zu stopfen.

Ihr werdet euch nun fragen, worin denn nun die Verbindung zwischen einem der größten deutschen Dichter und meiner Wenigkeit besteht. Die Antwort lautet: In meiner Pornotelenovela. Bevor das Geschrei jetzt losgeht und mir Blasphemie vorgeworfen wird, bitte ich Euch, den Absatz zumindest fertig zu lesen. Also: Vor knapp drei Monaten habe ich auf meinem Belletristik-Blog „Ueberbelichtet“ eine zusammenhängende Reihe von Geschichten über die Pornoindustrie ins Leben gerufen. Naiv wie ich nun mal bin, habe ich mich anfangs nur über die steigenden Klickzahlen gefreut. Aber schon nach wenigen Tagen wurde mir die Sache suspekt und mir fiel auf, dass viele Leute über sehr merkwürdige Googlesuchanfragen auf meinen Blog aufmerksam wurden. In einem Artikel habe ich mich damals noch darüber lustig gemacht, aber nun habe ich schon seit vielen Wochen keine neue Episode der Pornotelenovela mehr veröffentlicht und trotzdem sind die Suchanfragen skurriler denn je. Da sind „Schlüpfersex-Bilder“, „Schlüpfer Geschichten“ und „Porn Casting“ noch die harmlosesten Beispiele. Richtig Angst gemacht hat mir folgende Anfrage: „ich ein junge im alter von 16 – 17 jahren wurde nackt ausgezogen von den mächen ich musste nackt sein und bleiben bei den mädchen sogar meinen penis durfte ich nicht zudecken“.
Tja, die Geister, die ich rief eben. Bei Goethe waren es nur wandelnde Zauberbesen, die alles blitze blank geputzt haben. Ich hingegen muss mich mit verirrten Notgeilen rumschlagen. Was da wohl besser ist?

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Juli 18, 2009

Ich bin ein furchtbarer Bloggerist. Da lasse ich wochenlang rein gar nichts von mir hören und jetzt haue ich schon den zweiten Text innerhalb weniger Stunden heraus. Ich kenne mich da ja nicht aus, aber ich bin mir sicher, dass ich damit gleich gegen einen ganzen Batzen offizieller Blog-Regeln verstoße. Hoffentlich verrät mich keiner.

Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass ich gerne Schreibe. Die Qualität meiner Texte mag noch zu wünschen übrig lassen, aber zumindest habe ich riesigen Spaß daran und ich schiele schon neidisch auf jene Leute, die ihr Geld zum großen Teil, beziehungsweise komplett damit verdienen, ihre Phantasie auf Papier zu bannen. Dabei denke ich jetzt weniger an Journalisten oder PR-Menschen sondern mehr an den seltenen Schriftsteller. Und weil ich von Natur aus Optimist bin und mir noch das Sprichwort meiner Mutter „Du kannst alles schaffen, wenn du nur willst“ im Ohr nachhallt, habe ich die Hoffnung auf eine literarische Karriere noch lange nicht aufgegeben. Welch kindischer, naiver Wunsch, aber so bin ich nunmal;)

Und das Schlimme ist, ich habe neuen Mut gefasst. Schuld daran ist dieser Artikel aus der Frankfurter Rundschau vom 16. Juli. Für die faulen Leser unter euch, die jetzt nicht den Nerv haben, den ganzen Text selbst zu lesen, hier die Quintessenz: Der erste Harry Potter Band wurde damals von mindestens acht Verlagen abgelehnt und als nicht gut genug befunden. Den Siegeszug des nervigen Zauberlehrlings, der daraufhin folgte, kennen wir ja alle. Die sieben Bände wurden in 67 Sprachen übersetzt, mehr als 400 Millionen Mal verkauft und deren Verfasserin, die ehemalige alleinerziehende Sozialhilfeempfängerin Joanne Rowling, ist jetzt die reichste Frau Englands.

Und das scheint kein Einzelfall zu sein. „Moby Dick“ wurde von den ersten Lektoren abgelehnt, „Das Parfum“ war den Verlagen zunächst nicht gut genug und auch „Der Name der Rose“ stieß nicht sofort auf das erhoffte Interesse. Alles Titel, die später zu Welterfolgen wurden. Besonders respektabel ist das Beispiel einer deutschen Schriftstellerin, deren Name mir so rein gar nichts sagen will. Zitat FR: „Petra Hammesfahr [handelte sich] nach eigenen Angaben exakt 159 Absagen ein, ehe ihr mit dem Roman „Die Sünderin“ der Durchbruch gelang.“

159 ist eine sehr große Zahl. Wenn ich mir so viele Klatschen abgeholt hätte, würde ich mir schon die Frage stellen, ob ein anderer Beruf nicht eventuell besser für mich geeignet wäre. Aber da es ja anscheinend bei der 160. Bewerbung geklappt hat, wird diese Zahl ab jetzt mein Richtwert sein. Ich werde mich ab morgen äußerst gut gelaunt daran setzen ein Buch zu schreiben. 160 Absagen muss mir erstmal einer schicken. Bis dahin freue ich mich tierisch darauf, ein verdammt erfolgreicher Schriftsteller zu werden.

Endlich Ferien!

Juli 17, 2009

Ich schäme mich von Natur aus eher selten. Doch wenn ich meinen Freunden und Bekannten derzeit erzählen muss, wie lange meine Semesterferien dauern, dann komme ich schon an den Punkt an dem meine Wangen erröten, meine Blicke an die Decke ausweichen und ich anfange zu Nuscheln. Bis sage und schreibe Anfang Oktober habe ich nun komplett frei. Das sind elf einhalb Wochen, 81 Tage oder auch 1944 Stunden bis ich wieder etwas tun muss. Fast fühle ich mich an die Zeit vor meinem Studium erinnert, als ich noch „hauptberuflich“ Sport gemacht habe und meinen Tag ähnlich frei gestalten konnte. Bis in die Puppen schlafen, Fernseher schauen und dann gegen 18 Uhr aufstehen und anziehen. Aber was früher durchaus seinen Reiz hatte, ist heute beim besten Willen keine ernsthafte Option mehr. Der klitzekleine Anspruch, was erleben zu wollen, ist nun schon da und das schlechte Gewissen nach einem komplett vergeudeten Tag kann äußerst quälend sein.
Aber was fange ich dann mit der vielen Freizeit an?

1.Schreiben: Leider brauche ich viel zu lange, um meine Gedanken auf Papier zu bannen. Zeit, die ich während des Semesters nur ganz selten aufbringe. Doch jetzt, wo keine Klausuren mehr anstehen, kann ich mich ganz entspannt an meinen Laptop setzten und meine Ideen niederschreiben.
2.Arbeiten: An den Punkt muss ich ein ganz großes Fragezeichen stellen. Ich hätte absolut kein Problem damit, die Zeit bis Oktober nur mit schönen Dingen rum zu kriegen, aber auf der anderen Seite kann man Geld immer gebrauchen und gelegentlich für eine Zeitung zu schreiben, wäre eine gute Übung. Außerdem macht Arbeit ja schon irgendwie glücklich. Hier wird also die Vernunft siegen.
3.Notwendiges: Um ein paar unangenehme Dinge werde ich auch in meinen Ferien nicht herumkommen. Studienzeugs sortieren, aufräumen, usw. Blöd, aber auch schnell erledigt.
4.Sport: Mache ich eh schon viel und derzeit auch recht erfolgreich. Hier könnt ihr euch auf dem Laufenden halten, was meine Beachvolleyballkarriere angeht. Leider fährt mein Teamkollege jetzt für zwei Wochenenden in den Urlaub und unser nächstes gemeinsames Turnier ist erst Mitte August in Bonn. Übrigens eine sehr schöne Stadt und auch gar nicht so weit weg von Frankfurt. [Wink mit dem Zaunpfahl]
5.Lesen: Wer gut schreiben will, kommt einfach nicht darum herum, viel zu lesen. Zumindest hört man das ständig. Und da ich darüber nachdenke, eine Art Fantasy-Geschichte zu schreiben, hole ich mir die Anregung in folgenden Büchern: Bartimäus, Die Zwerge
6.Kino: Wenn abends die Sonne untergegangen ist, kann man auch mit gutem Gewissen ins Kino gehen. Im Gegensatz zu meinem Schlafzimmer ist es dort wenigstens angenehm kühl und es gibt Popcorn und Cola. In den vergangenen Wochen habe ich jede Menge Filme gesehen, vielleicht folgt in den nächsten Tagen eine Sammelrezension.
7.Mehr davon: Grillen, Feiern, Freunde treffen, am See liegen, am frühen Abend mit einem Caipi oder einem Weizen in der Sonne sitzen…

Ich denke damit bringe ich 81 Tage schon irgendwie rum. Und wenn ich so drüber nachdenke, warum sollte ich mich denn schämen, dass ich bis OKTOBER frei habe? MUHAHAHA

Das Internet ist so schlau

Juli 10, 2009

Die Franzosen haben es echt drauf. Das Magazin „Le Tigre“ startete im Dezember vergangenen Jahres eine Serie mit dem Titel „Das Google-Porträt“ und sorgte damit für großes Aufsehen. Der erste Teil richtete sich an einen gewissen Marc L., ein Onlineleser der Zeitschrift, und fing an mit den Worten:

„Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, lieber Marc. Am 5. Dezember 2008 wirst du 29 Jahre alt. Ist es okay für dich, wenn wir uns dutzen, Marc? Du kennst mich nicht, aber ich ich kenne dich gut.“

Auf den folgenden zwei Seiten plauderte der Autor jede Menge private Details über Marc aus. Im Frühjahr 2008 habe er beispielsweise eine Geschichte mit Claudia gehabt, „charmant, kleine Brüste, kurzes Haar, schöne Beine.“ Es folgen weitere Einzelheiten zu Marcs Liebesleben, zur Familie, Geschichten über seine Vergangenheit in einer Rockband und noch viele viele Dinge mehr, die eigentlich niemanden etwas angehen. Sollte man zumindest meinen.
Natürlich folgte der empörte Aufschrei auf den Fuß. Der 29-jährige Franzose war geschockt über die fiese Kampagne der Zeitschrift gegen seine Person und zog umgehend einen Anwalt zu Rate.

Doch dann dämmerte es Marc L.. Woher wusste der Autor so viel über sein Privatleben? Natürlich aus dem Internet. Fein säuberlich hatte Marc in den vergangenen Jahren sein Facebookprofil gepflegt, stets neue Bilder auf Flickr gestellt und Videos auf Youtube hochgeladen. „Geheimnisse“, die für Jedermann frei zugänglich war. „Le Tigre“ musste lediglich sämtliche Plattformen abklappern und die Informationen fein säuberlich in einem Text verpacken.

Eine Klage scheiterte, die Redaktion erklärte sich aber bereit, auf der Internetseite die Namen der Betroffenen zu verändern und besonders pikante Details auszulassen. Das gedruckte Magazin mit den Originalangaben lag zu diesem Zeitpunkt aber schon längst in etlichen französischen Haushalten.

Wie klug ist das denn? Eine Geschichte, die einerseits die Sensationsgier der Leser befriedigt, auf der anderen Seite aber schonungslos auf Missstände aufmerksam macht und damit sogar wirklich etwas bewirkt. Marc L. hat seine Lektion nämlich gelernt und, so weit es zumindest möglich war, sämtliche Informationen über sich aus dem Internet genommen. Und da wird er nicht der Einzige sein. Ich werde jetzt auch erstmal die Nacktfotos auf StudiVZ löschen.