Max der Maulwurf

Mai 18, 2009

Es soll ja nicht nur den netten, entspannten Bahnkunden geben, der ewig Zeit hat, eine unendliche Geduld und über kleine bis mittelschwere Verspätungen locker drüber hinwegsehen kann. Nein, auf der anderen Seite gibt es nämlich noch den jähzornigen Pendler mit akutem Bluthochdruck, der täglich von Hinterzupflingen in die Großstadt mit dem Zug fährt. Drei Stunden ist er unterwegs, eingepfercht mit der gesamten Landbevölkerung des Kreises in zwei kleinen stinkenden Waggons, vier mal steigt er um und das alles für knapp 50 Kilometer Reisestrecke. Das Auto kann er nicht nehmen, weil das seine Frau benutzt, was für das konservative Männchen an sich schon Demütigung genug ist. Abends dann die gleiche Prozedur, nur in die andere Richtung. Alles in allem ist dieser Typus Fahrgast für jeden Bahnservice-Mitarbeiter oder Fahrschein-Kontrolleur der wandelnde Albtraum.

Und als ob die Situation an sich nicht schon schlimm genug wäre, kommt es hier und da, dann und wann auch mal zu „leichten“ Verspätungen des Gleisverkehrs. Mal gibt der Zugwagen seinen Geist auf, mal läuft eine Schafherde auf die Strecke und manchmal soll es auch vorkommen, dass die Bahn ihr hochmodernes Schienenetz ausbauen beziehungsweise reparieren muss. Unvermeidlich. Schließlich hat das Transportunternehmen einen Ruf zu verlieren, den sie besonders in den letzten Wochen und Monaten gehegt und gepflegt hat.
Jetzt gehört zu diesem berühmt-berüchtigten Bahnservice auch, dass die Kunden über Baustellen und damit mögliche Verspätungen informiert werden. Im Zug von Dieburg nach Babenhausen ist mir folgendes interessantes Plakat aufgefallen: Quelle: Bahn.deQuelle: Bahn.de

Max Maulwurf informiert seit mehr als zehn Jahren über das aktuelle Baugeschehen, nimmt sich der Sorgen der Kunden und Anwohner an und wirbt auf seine unnachahmliche Weise um Verständnis.

Haben die Leute, die für diese Kampagne verantwortlich sind, schonmal einen Fahrgast gesehen, der aufgrund eines verspäteten Zugs ein wichtiges Meeting oder seinen Urlaubsflieger verpasst hat??? Wie ihm der Kragen anschwillt, die Halsschlagadern hervortreten und ihm die Luft vor lauter Zorn wegbleibt? Genau diese Menschen warten auf einen sprechenden Maulwurf, der sie aufheitert. Ich wünsche mir, dass die Bahn einen ihrer Mitarbeiter in so ein Maulwurfkostüm steckt und ihn an einem x-beliebigen Kleinstadtbahnhof dieser Republik um Verständnis werben lässt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich die Kunden und Anwohner über diesen „Service“ freuen und sich seiner annehmen werden. Spätestens bei der ersten Verspätung werden all die wütenden Pendler ihm auf ihre „unnachahmliche Weise“ ihren Unmut äußern.

P.S.: Hartmut Mehdorn könnte den Job doch machen. Der hat ja jetzt Zeit.

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3 Antworten to “Max der Maulwurf”

  1. Andreas Says:

    Medorn als Maulwurf… nette Vorstellung

  2. Katja Says:

    Hej, der erste Satz ist aber laaaaaaaaaang. 😉

  3. unterbelichtet Says:

    Hey, schön, dass du mal hier vorbei schaust. Aber so laaaaaaaaaang finde ich den ersten Satz gar nicht. Wollte mich in diesem Fall auch nicht unbedingt an den journalistischen Richtlinien orientieren, die wir an der FH lernen. Trotzdem, danke für die Kritik:)


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