Der erste Palmenbringer

April 23, 2009

Ich werde eine neue Rubrik eröffnen. „Alltägliches, das mich TIERISCH ANNERVT.“ Eigentlich bin ich ja ausschließlich gut gelaunt, dennoch gibt es hin und wieder Dinge, die mich echt auf die Palme bringen. Und da diese Palmenbringer in letzter Zeit vor meiner Tür Schlange stehen, muss ich meinem Unmut irgendwo freien Lauf lassen. Am besten ist dazu ja wohl der eigene Blog geeignet. Also wird an dieser Stelle zukünftig lamentiert, gemeckert, geheult und gewütet, was das Zeug hält. Lustig ist nur die Tatsache, dass ich auf ueberbelichtet gerade die Woche der furchtbar schönen Geschichten eröffnet habe, nichts mehr über Totschlag und Krankheiten schreiben will, dafür jetzt aber an dieser Stelle meine Wut raus lasse. Es hält sich wohl immer irgendwie die Waage…

Den Anfang macht folgender Palmenbringer:

Mich nerven Menschen, die eine Meinung haben. Ich rede nicht von den Charakterstarken, die genau wissen, was sie wollen, die gut selbst reflektieren und die ihren Standpunkt auch mal gegen Kritik verteidigen. Nein, ich rede von den Leuten, die eine Mitläufer-Meinung (von Fachleuten auch „Wischiwaschi Meinung“ genannt) vertreten. Meist haben sie nämlich keine Ahnung von nichts, ergreifen aber trotzdem Partei. „Ja ja, ich hab’s auch gehört und find’s ganz furchtbar. Ich bin da ganz deiner Meinung!!!“ So, damit hat man schon mal ein dickes, fettes Ausrufezeichen gesetzt. Man hat eine Meinung, man ist endlich jemand. Das ist gut für’s Selbstbewusstsein. Schließlich war man dabei im konspirativen Kreis und alle Achtung, es war schon irgendwie ein zusammenschweißendes Erlebnis.
Jetzt ist es erstmal Zeit, es sich bequem zu machen, und zu schauen, auf welchem Standpunkt man sich da gerade breit gemacht hat. Die wichtigste Frage: Weiß ich überhaupt, um was es geht? Und da hört es dann auch schon auf. Die Wischiwaschis wissen es nicht. Hören sie die ersten Gegenargumente, schwenken sie um und sehen das überraschenderweise plötzlich ganz genauso. „Ach ja richtig, du hast irgendwie recht…“ Bis dahin haben sie aber schon genug Porzellan zerdeppert und Leute vor den Kopf gestoßen.

Mein Tipp des Tages ist also nicht neu, dennoch trotzdem wunderbar treffend: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten.

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3 Antworten to “Der erste Palmenbringer”

  1. DieKleine Says:

    Ich weiß ganz genau, was du meinst… wirklich! 😉

  2. JUICEDaniel Says:

    Bin ganz deiner Meinung 😀

    Eins kannst du bei mir wissen: Ich red dir und sonst niemanden nach dem Mund, von mir kriegst du die wahre Meinung – inklusive negativer Kritik. Das ist zwar manchmal unangenehm (für beide Seiten), bringt aber langfristig beiden etwas und man weiß wenigstens, wo man dran ist. Schmu und Bla bringt nichts und täuscht nur, was langfristig sogar schadet.

    Ein mögliches Problemfeld sehe ich jedoch in der Tatsache, dass viele gar keine eigene Meinung mehr wollen und als Ausrede, sich keine Meinung bilden zu müssen nur sagen: „Jedem das Seine. Jeder kann denken, sagen und glauben, was er will. Ich will niemanden seine Meinung verbieten.“ Blablabla. Mit einer eigenen Meinung macht man sich angreifbar und schnell auch mal unbeliebt (wenn jemanden die Meinung nicht passt). Daher denken viele: Lieber erst keine haben (oder äußern). Das finde ich irgendwie langweilig. Gerade diese Vielfalt macht das Leben doch so spannend und somit lebenswert. 🙂

  3. unterbelichtet Says:

    Es ist schon schwierig, dem Gegenüber immer direkt und ehrlich die Meinung zu sagen. Das sehe ich ja ein. Aber das Leben ist nur ganz selten wirklich leicht und soviel Charakterstärke sollte jeder haben. Eine eigene, wohl überlegte Meinung ist halt unbezahlbar.


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