Cranker Film

April 22, 2009

Ich liebe Filme. Leider teilt diese Person: ilkablog meine Leidenschaft so gar nicht. Also sitze ich jetzt nur noch ganz selten mit Popcorn und Cola im Kinosessel. Kollateralschaden einer Beziehung:( Letzten Mittwoch habe ich mich jedoch heimlich rausschleichen können und mir die Vorpremiere von Crank 2 angeschaut. Und um es vorweg zu sagen: Ich hatte großen Spaß. Den ersten Teil habe ich noch nicht gesehen, obwohl er über Ostern gleich zweimal im Fernseher lief. Aber man muss den Überraschungshit von 2006 nicht unbedingt kennen, um das Sequel zu verstehen.

Der Film setzt direkt am Ende des ersten Teils an. Chev (Jason Statham) fällt aus dem Helikopter, schlägt auf einem Auto auf und wird schließlich von chinesischen Gangstern mit der Schneeschaufel vom Boden abgekratzt. Die wollen den smarten Helden als Organ-Ersatzteillager für ihren greisen Boss missbrauchen und entfernen ihm auch gleich mal das Herz. Bevor noch andere wichtige Körperteile daran glauben müssen, kann Chev fliehen und will Rache. Von nun an schlägt aber ein Kunstherz in seiner Brust, das in kurzen Abständen elektrisch aufgeladen werden muss. Wo es anfangs noch Elektroteaser und Zigarettenanzünder tun, greift Chev gegen Ende auch mal an den Hochspannungsmast.

Die Macher von Crank 2 haben sich ausgetobt. Von Anfang an legt der Film ein rasantes Tempo vor, dass er auch bis zur letzten Sekunde durchhält. Die Schnitte sind schnell, ständig wechseln Kameraeinstellungen und Stil, kurzum: Unsere Eltern wären mit der Hektik sicherlich noch überfordert gewesen. Teilweise erinnert der Film an einen hysterischen Comic. Alles ist ein gutes Stück bunter, überdrehter und einfach cranker, als in jedem anderen Actionstreifen. (Und wir sind ja schon einiges gewohnt.) Wenn Chev das Starterkabel an die Zunge klemmt und voll „aufgeladen“ ist, wirkt es, als renne er doppelt so schnell.
Und grade diese Überzeichnung ist es, die Crank 2 so herrlich unterhaltsam macht. Hat man erstmal verstanden, dass sich der Film zu keinem Zeitpunkt selbst ernst nimmt, kann man das Trashgewitter auch ganz locker bis zum Schluss genießen. Einige Sprüche und Szenen sind nämlich schon hart an der Grenze dessen, was wir von anderen Filmen gewohnt sind. Chev und seine Ex (Amy Smart) schieben beispielsweise mitten auf der Rennbahn vor einer johlenden Zuschauermenge eine schnelle Nummer (Sex ist ja schließlich gut fürs Herz) und die Ex bewundert kurz vor’m Höhepunkt das riesige Gemächt eines Rennpferdes, das grade über sie hinwegspringt. In einer anderen Szenen prügeln sich Chev und einer der Bösewichte ganz im Stil der alten japanischen Monsterfilme, wie zB. Godzilla, in einer ganz billigen Miniaturkulisse. Hin und wieder drängt sich einem schon der Gedanke auf, der Regisseur und das ganze Team müssen auf Speed gewesen sein. Trotzdem passt jede Minute irgendwie ins, wenn auch schräge, Gesamtkunstwerk, ohne zu langweilen. Und ich liebe die ganzen Andeutungen und kleinen skurrilen Details, wie z.B. den abgetrennten Kopf des Gangsters aus dem ersten Teil, der in einem Wasserbecken am Leben gehalten wird.
Zum finalen Shootout dreht Crank 2 nochmal richtig auf, aber das schaut ihr euch am besten selbst an…

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