Quo vadis oder: was nun?

April 9, 2009

Grade in diesem Moment bin ich 26 Jahre alt. Ein gutes viertel Jahrhundert, das ohne Anstrengung und ganz besonders ohne mein Zutun an mir vorbei geflossen ist. Der Gedanke, dass es so weiter gehen könnte, ist irgendwie erschreckend. Zeit also, mal umzudenken. Und es ist, by the way, dringend notwendig, dass ich mich mal aktiv an meinem Leben beteilige.

Zwei Fragen beschäftigen mich derzeit massiv. Die erste ist, was mich eigentlich glücklich macht, die Zweite, wo ich mich in zwei, fünf und in zehn Jahren sehe.

Der innere Dialog über meine Zukunft läuft schon länger, neu entbrannt ist er aber erst wieder vor ein paar Wochen. Den Anstoß gaben besonders zwei Dinge:

Ein Interview mit meinem ehemaligen Dozenten Johannes Kleske: (hier ist übrigens noch der zweite Teil)

Frage: Der populäre Wein-Videoblogger Gary Vaynerchuk sagt: Wenn man heutzutage auch nur zu fünf Prozent mit dem unzufrieden ist, was man tut, soll man sofort damit aufhören und stattdessen etwas machen, woran das Herz hängt. Man werde das schon monetarisieren können, er selbst sei das beste Beispiel. Stimmst Du dem zu?

Antwort Johannes Kleske: […] Nichtsdestotrotz sehe ich es ähnlich wie Gary. Für mich ist essentiell, Dinge zu tun, an denen mein Herz hängt. Nur so funktioniere ich. Deswegen versuche ich meine Arbeit ständig weiter zu entwickeln und näher an das heran zu bringen, was mir „Erfüllung“ gibt.

Bei dieser Herangehensweise ist aber das Festhängen in einem unbefriedigenden Job nur ein Teilproblem. Meine Beobachtung ist, dass viele ihren aktuellen Job nicht kündigen, weil sie gar nicht wissen, was sie lieber machen würden. Die Frage nach dem, woran das Herz hängt, lässt sich nämlich in der Regel alles andere als leicht beantworten. Dazu braucht es Erfahrung und Selbstreflektion.

Für mich ist die Suche nach Arbeit, an der mein Herz hängt, eine lebenslange Reise. Jede neue Erfahrung hilft mir dabei, meine eigenen Interessen, Talente und Bedürfnisse besser kennen zu lernen. Jeder neue Job ist dabei für mich der nächste Schritt in Richtung Ideal, ohne dass ich dieses jemals erreichen werde, da es sich jedes mal ein Stückweit mit verändert.
Wer dabei irgendwann glaubt, seinen Traumjob gefunden zu haben, steht allerdings in der Gefahr, stehen zu bleiben. Und stehen bleiben ist schlicht langweilig 😉

Sicher nimmt Johannes Kleske da eine sehr extreme Position ein, aber ich finde, dass er im Grunde recht hat. Wenn wir schonmal 85 Jahre hier auf der Erde sind, können wir die Zeit auch nutzen und für uns das Beste daraus machen. Alles andere wäre Verschwendung. Ein Beruf, eine Beziehung oder ein Lebensmodell mit dem man sich nicht wohlfühlt oder das uns nicht persönlich weiter bringt  ist doch verschenkte Lebenszeit. Außerdem wird es nicht nur mir so gehen: Ich bin nur gut in einer Sache, wenn ich auch Spaß daran habe. (Was jetzt nicht heißt, dass ich nicht auch total schlecht sein kann, obwohl es mir riesig Spaß macht.)

Aber was ist denn jetzt das Richtige für mich?

Das zweite Fundstück, das mich zum Nachdenken angeregt hat, ist der etwas ungewöhnliche Blog „tod eines zu mittag speisenden“. Der Autor hat 2005 „nach einer Möglichkeit gesucht, ab und an mal den ein oder anderen Text online zu stellen“. Seitdem veröffentlicht er regelmäßig Kurzgeschichten. Meist lustig, aber immer phantasievoll und ziemlich wirr. Kreatives Schreiben heißt das wohl in der Fachsprache. Alles in allem läuft das Projekt anscheinend ziemlich gut, der.grob hat nach eigenen Angaben schon einige Lesungen gehalten, sich mit Groupies auseinandersetzen müssen und sogar ein Buch (mit fünf anderen Bloggern) veröffentlicht. Hätte man mich vorher gefragt: Was würdest du am liebsten machen? Ich hätte geantwortet: Genau das. (Und noch anderes)

Hier ist jetzt also meine ganz persönliche Erkenntnis-Liste für heute:

  1. Das machen, woran das Herz hängt.
  2. Wenige Kompromisse eingehen. (ich sage nicht keine Kompromisse eingehen)
  3. Aktiv das Leben in die Hand nehmen.
  4. Viel erleben. (sich möglichst vielen unbekannten Situationen aussetzen)
  5. Einen neuen Blog mit Kreativem Schreiben ausprobieren.
  6. Mit den Punkten 1-5 erfolgreich sein und ausreichend Geld verdienen.
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