Archive for April, 2009

Self-fulfilling prophecy

April 28, 2009

Verdammt, es ist kurz vor 1 Uhr nachts und ich will unbedingt ins Bett, aber das ist einfach zu lustig: In den Statistiken, die WordPress anbietet, kann ich mir beispielsweise anschauen, wieviele Leser unterbelichtet hat, auf welche Links die dann weiter klicken und unter anderem auch, mit welcher Google-Suchanfrage sie unterbelichtet ausfindig gemacht haben. Und was lese ich da heute? Ein Besucher kam mit folgender, sehr trauriger Feststellung auf meinen Blog:

„Meine Mutter ist immer schlecht gelaunt“

Also habe ich nochmal alle meine Einträge durchgelesen und da steht nirgendwo, dass meine Mutter immer schlecht gelaunt ist. Ja gut, manchmal ist sie das schon, aber das kommt in den besten Familien vor und darüber würde ich bestimmt auch nicht bloggen. Die Suchmaschine hat also keinen Grund, bei der Anfrage ausgerechnet auf meine Seite zu verlinken. Ich habe damit nur Ärger. Meine eigene Mutter wird das nämlich morgen lesen (Hallo Mama;), die Aussage auf sich beziehen und sich dann wundern, warum ich solche Behauptungen ins Internet schreibe, die ganz klar falsch sind. Dann ist sie schlecht gelaunt, weil ich ja angeblich so schlecht von ihr denke und schwupp, haben wir eine self-fulfilling prophecy. Schon lustig, wie das Leben manchmal so spielt. Mama, es tut mir leid…

Irgendwelche Buchtipps?

April 27, 2009

Ich habe mein eines Buch daheim durchgelesen und denke darüber nach, mir ein Zweitbuch anzuschaffen. Die massive Auswahl in der Buchhandlung überfordert mich aber. Also, liebe Besucher von unterbelichtet, was lest ihr gerade? Was habt ihr als letztes gelesen? Wie fandet ihr’s? Am besten mit dem Amazonlink posten. Danke:)

Welche findest du am hübschesten?

April 26, 2009

Kaum habe ich die Rubrik „Alltägliches, das mich tierisch annervt“ eröffnet, fallen mir immer mehr kleine (Achtung Neologismus:) Bescheuertlichkeiten in meinem Alltag auf. Mein Leben ist toll. Keine Frage, aber getreu dem Ausspruch „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“(Friedrich Schiller) gibt es immer genug Gründe, sich aufzuregen.

Seit vergangenem Freitag wohne ich übergangsweise mit meiner Freundin zusammen. Und als ob das nicht schon an sich schwer genug wäre, muss ich jetzt auch noch die sonntäglichen Wiederholungen von „Deutschland sucht den Superstar“ und „Germanys next Topmodel“ anschauen. Einen gewissen Unterhaltungswert kann man beiden Shows nicht absprechen. In der einen gibt es ab und zu mal gute Musik und solide Gesangsleistungen, in der anderen räkeln sich teilweise hübsche Mädels in lasziven Posen vor der Kamera. Es ist eine seichte Form der Unterhaltung, ABER es ist Unterhaltung. Wenn auch mit enormen Konfliktpotential für eine Beziehung. „Sag mal“, fragte mich meine Freundin bei der Wiederholung von Germanys next Topmodel, „welche von denen findest du eigentlich am hübschesten?“ Eine Falle, und ich hätte sie vorher bemerken müssen. Stattdessen antwortete ich blauäugig, wie ich nunmal bin: „Naja, ich finde die, mit den braunen Haaren, ist ein ganz schönes Brett und die da rechts ist auch ganz schick.“ Großer Fehler. Vor zwei Minuten lagen wir noch harmonisch Arm in Arm oder besser Kopf auf Schoß auf der Couch, jetzt war er los, der Teufel. „DIE dumme Blunze findest du hübsch? Das ist jetzt nicht dein ernst oder?“
Mein Abend war damit gelaufen. Der nächste Tag genau genommen auch. Sätze wie: „Dann such dir doch verdammt nochmal ne Brünette.“ (meine Freundin hat rote Haare) fielen noch in die Kategorie „harmlos“. Frauen haben dabei die besondere Gabe, solche Sätze mit einer ganz besonderen Körpersprache zu untermauern bzw noch tausendmal zu verstärken. Während sie das sagen wird der Kopf schräg nach oben zur Seite weg gedreht, die Unterlippe schiebt sich über die Oberlippe und gleichzeitig geht die Stimme um mindestens eine Oktave nach oben (und die Laune um mindestens zwei nach unten). Diese geballte Ladung aus Wut, Enttäuschung und verletzter Eitelkeit wird dann auf den armen Mann abgeschossen, der damit vollkommen überfordert ist! Er wurde gefragt und hat nur seine ehrliche Meinung gesagt. Ganz brav wie er es zu hause gelernt hat. Trotzdem naiv und einfach blöd…He he

Der erste Palmenbringer

April 23, 2009

Ich werde eine neue Rubrik eröffnen. „Alltägliches, das mich TIERISCH ANNERVT.“ Eigentlich bin ich ja ausschließlich gut gelaunt, dennoch gibt es hin und wieder Dinge, die mich echt auf die Palme bringen. Und da diese Palmenbringer in letzter Zeit vor meiner Tür Schlange stehen, muss ich meinem Unmut irgendwo freien Lauf lassen. Am besten ist dazu ja wohl der eigene Blog geeignet. Also wird an dieser Stelle zukünftig lamentiert, gemeckert, geheult und gewütet, was das Zeug hält. Lustig ist nur die Tatsache, dass ich auf ueberbelichtet gerade die Woche der furchtbar schönen Geschichten eröffnet habe, nichts mehr über Totschlag und Krankheiten schreiben will, dafür jetzt aber an dieser Stelle meine Wut raus lasse. Es hält sich wohl immer irgendwie die Waage…

Den Anfang macht folgender Palmenbringer:

Mich nerven Menschen, die eine Meinung haben. Ich rede nicht von den Charakterstarken, die genau wissen, was sie wollen, die gut selbst reflektieren und die ihren Standpunkt auch mal gegen Kritik verteidigen. Nein, ich rede von den Leuten, die eine Mitläufer-Meinung (von Fachleuten auch „Wischiwaschi Meinung“ genannt) vertreten. Meist haben sie nämlich keine Ahnung von nichts, ergreifen aber trotzdem Partei. „Ja ja, ich hab’s auch gehört und find’s ganz furchtbar. Ich bin da ganz deiner Meinung!!!“ So, damit hat man schon mal ein dickes, fettes Ausrufezeichen gesetzt. Man hat eine Meinung, man ist endlich jemand. Das ist gut für’s Selbstbewusstsein. Schließlich war man dabei im konspirativen Kreis und alle Achtung, es war schon irgendwie ein zusammenschweißendes Erlebnis.
Jetzt ist es erstmal Zeit, es sich bequem zu machen, und zu schauen, auf welchem Standpunkt man sich da gerade breit gemacht hat. Die wichtigste Frage: Weiß ich überhaupt, um was es geht? Und da hört es dann auch schon auf. Die Wischiwaschis wissen es nicht. Hören sie die ersten Gegenargumente, schwenken sie um und sehen das überraschenderweise plötzlich ganz genauso. „Ach ja richtig, du hast irgendwie recht…“ Bis dahin haben sie aber schon genug Porzellan zerdeppert und Leute vor den Kopf gestoßen.

Mein Tipp des Tages ist also nicht neu, dennoch trotzdem wunderbar treffend: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten.

Cranker Film

April 22, 2009

Ich liebe Filme. Leider teilt diese Person: ilkablog meine Leidenschaft so gar nicht. Also sitze ich jetzt nur noch ganz selten mit Popcorn und Cola im Kinosessel. Kollateralschaden einer Beziehung:( Letzten Mittwoch habe ich mich jedoch heimlich rausschleichen können und mir die Vorpremiere von Crank 2 angeschaut. Und um es vorweg zu sagen: Ich hatte großen Spaß. Den ersten Teil habe ich noch nicht gesehen, obwohl er über Ostern gleich zweimal im Fernseher lief. Aber man muss den Überraschungshit von 2006 nicht unbedingt kennen, um das Sequel zu verstehen.

Der Film setzt direkt am Ende des ersten Teils an. Chev (Jason Statham) fällt aus dem Helikopter, schlägt auf einem Auto auf und wird schließlich von chinesischen Gangstern mit der Schneeschaufel vom Boden abgekratzt. Die wollen den smarten Helden als Organ-Ersatzteillager für ihren greisen Boss missbrauchen und entfernen ihm auch gleich mal das Herz. Bevor noch andere wichtige Körperteile daran glauben müssen, kann Chev fliehen und will Rache. Von nun an schlägt aber ein Kunstherz in seiner Brust, das in kurzen Abständen elektrisch aufgeladen werden muss. Wo es anfangs noch Elektroteaser und Zigarettenanzünder tun, greift Chev gegen Ende auch mal an den Hochspannungsmast.

Die Macher von Crank 2 haben sich ausgetobt. Von Anfang an legt der Film ein rasantes Tempo vor, dass er auch bis zur letzten Sekunde durchhält. Die Schnitte sind schnell, ständig wechseln Kameraeinstellungen und Stil, kurzum: Unsere Eltern wären mit der Hektik sicherlich noch überfordert gewesen. Teilweise erinnert der Film an einen hysterischen Comic. Alles ist ein gutes Stück bunter, überdrehter und einfach cranker, als in jedem anderen Actionstreifen. (Und wir sind ja schon einiges gewohnt.) Wenn Chev das Starterkabel an die Zunge klemmt und voll „aufgeladen“ ist, wirkt es, als renne er doppelt so schnell.
Und grade diese Überzeichnung ist es, die Crank 2 so herrlich unterhaltsam macht. Hat man erstmal verstanden, dass sich der Film zu keinem Zeitpunkt selbst ernst nimmt, kann man das Trashgewitter auch ganz locker bis zum Schluss genießen. Einige Sprüche und Szenen sind nämlich schon hart an der Grenze dessen, was wir von anderen Filmen gewohnt sind. Chev und seine Ex (Amy Smart) schieben beispielsweise mitten auf der Rennbahn vor einer johlenden Zuschauermenge eine schnelle Nummer (Sex ist ja schließlich gut fürs Herz) und die Ex bewundert kurz vor’m Höhepunkt das riesige Gemächt eines Rennpferdes, das grade über sie hinwegspringt. In einer anderen Szenen prügeln sich Chev und einer der Bösewichte ganz im Stil der alten japanischen Monsterfilme, wie zB. Godzilla, in einer ganz billigen Miniaturkulisse. Hin und wieder drängt sich einem schon der Gedanke auf, der Regisseur und das ganze Team müssen auf Speed gewesen sein. Trotzdem passt jede Minute irgendwie ins, wenn auch schräge, Gesamtkunstwerk, ohne zu langweilen. Und ich liebe die ganzen Andeutungen und kleinen skurrilen Details, wie z.B. den abgetrennten Kopf des Gangsters aus dem ersten Teil, der in einem Wasserbecken am Leben gehalten wird.
Zum finalen Shootout dreht Crank 2 nochmal richtig auf, aber das schaut ihr euch am besten selbst an…

Seilziehen

April 18, 2009

„Mit einem Fundamentalisten zu diskutieren, ist, als spiele man mit jemandem Seilziehen, der sein Ende um einen Baum gebunden hat.“

(Quelle: Radio)

Ein schönes Bild;)

Notgeile Zweierreihen

April 17, 2009

Es passiert ja schon sehr selten, dass man lauthals lachen muss, wenn man völlig alleine daheim sitzt und was lustiges liest oder sieht. Beim Lesen der Tageszeitung ist mir das wohl noch nie passiert. Bis gestern. In der Süddeutschen stand ein Artikel über die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf das Rotlichtgewerbe. Und siehe da, auch die leichten Mädchen werden in der Not erfinderisch:

Eine Flatrate im Bordell bedeutet: einmal zahlen, mehrmals kommen. Bei „Zwei für eins“ darf der Freier seine Frau mitbringen, Schnittchen inklusive.

Eine gute Idee war auch die Werbeaktion im Hamburger Puff „Geizhaus“:

An Halloween durfte jedermann umsonst ran, der sich im Kostüm händchenhaltend mit anderen Freiern anstellte.

Wenn das mal nicht skurril ist. Wie läuft das denn an Weihnachten? Bekommt jeder eine kostenlose Runde, der durch den Schornstein reinkommt und danach Geschenke verteilt?

Naja, ich habe wieder mal gemerkt, dass ich einfach zu naiv bin und noch viel lernen muss. Die Kinder, die an Halloween von Haus zu Haus gehen und Süßigkeiten erbetteln wollen, haben bei mir zukünftig Pech. Wenns spät abends klingelt, mache ich sicher nicht auf. Die Gefahr, dass zwölf notgeile Cowboys, Monster etc in Zweierreihen vor der Tür stehen und umsonst Liebe machen wollen, ist mir einfach zu hoch.

Demontage

April 15, 2009

Es ist an der Zeit, mal Demontage in eigener Sache zu betreiben. Wenn mich mein Gedächnis nicht vollkommen trügt, habe ich an dieser Stelle schonmal über das Dilemma geschrieben, in dem ich mit meinem Blog sitze. Die Quintessenz war bzw ist damals wie heute: Das Konzept von unterbelichtet deckt sich nicht hundertprozentig mit meinen Vorstellungen. Mein Studium zum Diplom Online-Journalisten hat mich damals zu der Idee geprügelt, mein Heil in einem Blog zu suchen. Für angehende Redakteure sei das eine hervorragende Möglichkeit, um a) Schreiben zu üben, b) Themen aufzubereiten und c) dieses „Produkt“ einer gewissen Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Dieser Rat unserer Dozenten trieb unterschiedliche Blüten. Einige Komilitonen produzierten schon sehr professionelle und unterhaltsame Blogs, andere erzählten von Staubsaugen, Friseurbesuchen und dem Frühjahrsputz. Irgendwo dazwischen war unterbelichtet mein kläglicher Versuch, den Anforderungen meines Studiums und meines (zukünftigen) Berufsstandes gerecht zu werden.

Von Anfang an stand ich im Wald. Was macht einen guten Blog aus? Ist es ein eigenes Produkt, wenn man Fundstücke aus dem Netz verlinkt und nur grob angeschnitten und lieblos in die Veröffentlichung klatscht? Will das einer lesen, außer Mama und Oma? Was ist da von mir? Lese ich das rückblickend und kann sagen „Hey, da stehe ich dahinter“?

Fast alle dieser Fragen habe ich anders beantwortet, als ich mir das gewünscht hatte. Nämlich mit „Keine Ahnung“, „Nein“, „Nein“, „Nix“ und „Nein“. Also galt es, das unterbelichtet Konzept neu zu überdenken und vor allem die Fragen „Was will ich und was würde sich richtig anfühlen?“ zu behandeln.

Ich spinne gerne rum, liebe es, kreativ und auch mal kindisch zu sein, ich beschäftige mich mit meiner Umwelt und reflektiere allerhand haupt- und nebensächliches und ich hassse Langeweile und fehlende Herausforderung. Ein Profil für das jetzt nur noch die richtige Beschäftigung gefunden werden muss. Am besten in der groben Richtung Journalist. Das Studium, da bin ich mir nämlich sicher, macht mir großen Spaß.

In einem der letzten Beiträge habe ich euch vom Blog „tod eines zu mittag speisenden“ berichtet. Kreative Kurzgeschichten ohne Plan, aber fantasievoll und lustig. Durch die bösen Verlinkungen habe ich in den letzten Tagen unzählige Blogs gelesen, die genau auf das gleiche Thema abzielen. Von einigen war ich sehr begeistert und inspiriert, andere waren nicht so mein Fall. Worauf ich hinaus will: Das ist genau mein Ding. Also habe ich noch ueberbelichtet eröffnet und dort werde ich mich jetzt ab sofort austoben. Auch wenn’s nicht jedermanns Fall sein wird. Ich bin ja kein Menschenfreund. Unterbelichtet werde ich natürlich nicht eingehen lassen. Irgendwie hänge ich noch dran. Außerdem will ich irgendwann ja mal die unglaubliche Zahl von 20 Visits an einem Tag toppen;)

Quo vadis oder: was nun?

April 9, 2009

Grade in diesem Moment bin ich 26 Jahre alt. Ein gutes viertel Jahrhundert, das ohne Anstrengung und ganz besonders ohne mein Zutun an mir vorbei geflossen ist. Der Gedanke, dass es so weiter gehen könnte, ist irgendwie erschreckend. Zeit also, mal umzudenken. Und es ist, by the way, dringend notwendig, dass ich mich mal aktiv an meinem Leben beteilige.

Zwei Fragen beschäftigen mich derzeit massiv. Die erste ist, was mich eigentlich glücklich macht, die Zweite, wo ich mich in zwei, fünf und in zehn Jahren sehe.

Der innere Dialog über meine Zukunft läuft schon länger, neu entbrannt ist er aber erst wieder vor ein paar Wochen. Den Anstoß gaben besonders zwei Dinge:

Ein Interview mit meinem ehemaligen Dozenten Johannes Kleske: (hier ist übrigens noch der zweite Teil)

Frage: Der populäre Wein-Videoblogger Gary Vaynerchuk sagt: Wenn man heutzutage auch nur zu fünf Prozent mit dem unzufrieden ist, was man tut, soll man sofort damit aufhören und stattdessen etwas machen, woran das Herz hängt. Man werde das schon monetarisieren können, er selbst sei das beste Beispiel. Stimmst Du dem zu?

Antwort Johannes Kleske: […] Nichtsdestotrotz sehe ich es ähnlich wie Gary. Für mich ist essentiell, Dinge zu tun, an denen mein Herz hängt. Nur so funktioniere ich. Deswegen versuche ich meine Arbeit ständig weiter zu entwickeln und näher an das heran zu bringen, was mir „Erfüllung“ gibt.

Bei dieser Herangehensweise ist aber das Festhängen in einem unbefriedigenden Job nur ein Teilproblem. Meine Beobachtung ist, dass viele ihren aktuellen Job nicht kündigen, weil sie gar nicht wissen, was sie lieber machen würden. Die Frage nach dem, woran das Herz hängt, lässt sich nämlich in der Regel alles andere als leicht beantworten. Dazu braucht es Erfahrung und Selbstreflektion.

Für mich ist die Suche nach Arbeit, an der mein Herz hängt, eine lebenslange Reise. Jede neue Erfahrung hilft mir dabei, meine eigenen Interessen, Talente und Bedürfnisse besser kennen zu lernen. Jeder neue Job ist dabei für mich der nächste Schritt in Richtung Ideal, ohne dass ich dieses jemals erreichen werde, da es sich jedes mal ein Stückweit mit verändert.
Wer dabei irgendwann glaubt, seinen Traumjob gefunden zu haben, steht allerdings in der Gefahr, stehen zu bleiben. Und stehen bleiben ist schlicht langweilig 😉

Sicher nimmt Johannes Kleske da eine sehr extreme Position ein, aber ich finde, dass er im Grunde recht hat. Wenn wir schonmal 85 Jahre hier auf der Erde sind, können wir die Zeit auch nutzen und für uns das Beste daraus machen. Alles andere wäre Verschwendung. Ein Beruf, eine Beziehung oder ein Lebensmodell mit dem man sich nicht wohlfühlt oder das uns nicht persönlich weiter bringt  ist doch verschenkte Lebenszeit. Außerdem wird es nicht nur mir so gehen: Ich bin nur gut in einer Sache, wenn ich auch Spaß daran habe. (Was jetzt nicht heißt, dass ich nicht auch total schlecht sein kann, obwohl es mir riesig Spaß macht.)

Aber was ist denn jetzt das Richtige für mich?

Das zweite Fundstück, das mich zum Nachdenken angeregt hat, ist der etwas ungewöhnliche Blog „tod eines zu mittag speisenden“. Der Autor hat 2005 „nach einer Möglichkeit gesucht, ab und an mal den ein oder anderen Text online zu stellen“. Seitdem veröffentlicht er regelmäßig Kurzgeschichten. Meist lustig, aber immer phantasievoll und ziemlich wirr. Kreatives Schreiben heißt das wohl in der Fachsprache. Alles in allem läuft das Projekt anscheinend ziemlich gut, der.grob hat nach eigenen Angaben schon einige Lesungen gehalten, sich mit Groupies auseinandersetzen müssen und sogar ein Buch (mit fünf anderen Bloggern) veröffentlicht. Hätte man mich vorher gefragt: Was würdest du am liebsten machen? Ich hätte geantwortet: Genau das. (Und noch anderes)

Hier ist jetzt also meine ganz persönliche Erkenntnis-Liste für heute:

  1. Das machen, woran das Herz hängt.
  2. Wenige Kompromisse eingehen. (ich sage nicht keine Kompromisse eingehen)
  3. Aktiv das Leben in die Hand nehmen.
  4. Viel erleben. (sich möglichst vielen unbekannten Situationen aussetzen)
  5. Einen neuen Blog mit Kreativem Schreiben ausprobieren.
  6. Mit den Punkten 1-5 erfolgreich sein und ausreichend Geld verdienen.

Der kreative Schmerzforscher

April 4, 2009

Naturwissenschaften waren mir in der Schule immer zu trocken. Viel lieber malte ich bunte Bilder oder schrieb fantasievolle Geschichten. Hätte ich geahnt, dass der Kreativität auch in der Forschung keine Grenzen gesetzt sind, hätte ich mich wahrscheinlich mehr für Physik und Biologie interessiert. Nach Mohammed El Naschie hat jetzt der Fall von Scott Reuben Aufsehen erregt. Der äußerst renommierte US-Schmerzforscher hat in den letzten 13 Jahren mindestens 21 seiner Studien ganz einfach frei erfunden. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass sich Ärzte weltweit nach den Ergebnissen des in Ungnade gefallenen Professors gerichtet haben.

Über das Motiv wird zwar noch spekuliert, aber so schwer scheint das Rätsel nicht zu sein. Anscheinend hat Reubens enge Kontakte zu den Pharmariesen Pfizer und Merck gehabt. Besonders deren Schmerzmittel Celebrex und Vioxx kamen bei den ausgedachten Studien häufig besonders gut weg. Erwähnenswert ist, dass beide Medikamente in Verdacht stehen, Herzinfarkte hervorzurufen. Vioxx wurde nach einigen „überraschenden“ Todesfällen bereits verboten und Celebrex darf nur noch sehr eingeschränkt verschrieben werden. Ich bin immer wieder erstaunt, dass Menschen, die es eigentlich nicht nötig hätten, ihre Überzeugung für Geld aufgeben. Wenn einer weiß warum, bitte mir bescheid sagen.