Archive for März, 2009

Die Ferien sind vorbei

März 23, 2009

Das soll jetzt keine Ausrede werden, aber im Folgenden habe ich eine Liste der Dinge aufgestellt, die mich in den letzten drei Wochen vom Bloggen abgehalten haben:

Freundin

Freundin, die: Freundinnen brauchen viel Aufmerksamkeit und Pflege. Meist sind sie schlecht gelaunt und mürrisch, aber irgendwie mag ich sie auch;)

(Den schwarzen Balken überschminkt sie in Wirklichkeit immer. Der fällt kaum auf.)

Für drei Tage habe ich mit eben jener Freudin (siehe oben) deren entfernte Verwandten in der Tschechei besucht. Die wohnen in einem klitzekleinen Bergorf im Erzgebirge. Es gibt keinen Lebensmittelladen, nur wenige hundert Einwohner und jede Menge verfallene Häuser. Sehr urig und irgendwie atmosphärisch. Bisweilen hat mich die Umgebung stark an ein Dorf aus einem Dracula-Film erinnert. Aber die Menschen sind unglaublich gastfreundlich und herzlich, womit ich sagen will, dass ich viel zu viel gegessen und getrunken habe. Ich bin postiv überrascht. Besonders Karlsbad hat es mir angetan. Unbedingt mal besuchen, wenn ihr in der Nähe seid.

Manchmal, wenn auch sehr selten, erwacht trotz meiner 26 Jahre wieder das Kind in mir. Dann habe ich nur noch Augen für mein neues Spielzeug. Wie auch immer: Nokia 5800 und ich sind seit zwei Wochen sehr glücklich zusammen.

Meister: Im Schlussspurt der laufenden Volleyball-Saison musste ich mich nochmal intensiv ins Training hängen und die Einheiten im Kraftraum verdoppeln. Die Schufterei hat sich gelohnt, mein Team und ich spielen nächstes Jahr in der Regionalliga und die erste Aufstiegsfeier war ein voller Erfolg. Sport kann so unglaublich toll sein.

arbeit

Quelle: privat

Viel Arbeit! Auch wenn ich in den letzten sechs Wochen nicht täglich nach Dieburg zur Fachhochschule „reisen“ musste, zu tun hatte ich trotzdem genug.

Ab morgen, bzw. ab nächster Woche geht mein Studium wieder los. Dann werde ich mich wieder voll auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren und auch wieder regelmäßig bloggen. Bis dahin…

RE.: Skandal um den guten Mo

März 5, 2009

Hier noch ein amüsanter Nachtrag zum Fall El Naschie, der vorhin einfach nicht mehr in den Text gepasst hat:

Thilo Kuessner, Mathematik-Postdoktorant an der Universität Münster, erklärt auf scienceblogs.de in leicht vereinfachter Form, mit was sich der Ägypter so auseinandergesetzt hat. Erst hört es sich echt kompliziert an:

Die Arbeit wirkt wie Numerologie, und besteht aus Beobachtungen der Art, daß 686 (die Anzahl der 2- und 3- Steinräume, was immer das sein soll, erklärt wird der Begriff nicht) gerade 686=5×137+1 ist, wobei 137 spektakulärerweise gerade der ganzzahlige Anteil des Inversen der Feinstrukturkonstante ist.

Und jetzt nochmal auf Deutsch:

Für Nicht-Mathematiker: die Beobachtung ist ungefähr so sinnvoll, als wenn man feststellt, daß Einsteins Geburtsjahr 1879=6×314-5 ist, wobei 314 spektakulärerweise gerade der ganzzahlige Anteil von 100π und 5 die Fingerzahl einer Hand ist.

So klingt’s doch schon um Einiges verständlicher…

Skandal um den guten Mo

März 4, 2009

„Danke Mo“ war vor knapp drei Wochen mein Einstieg in die Blogossphäre. Anlass für meinen ersten Eintrag war ein Artikel aus der Zeit über den (vermeindlichen) Wissenschaftsbetrug des Ägypters El Naschie. Nach Angaben des Autors, Christoph Drösser, hatte der 64-jährige gelernte Ingenieur „über Jahre hinweg die Fachwelt mit gelehrt klingendem Unsinn genarrt“. Über 300 Arbeiten hat El Naschie in den letzten 15 Jahren veröffentlicht, die meisten in der Zeitschrift Chaos, Solitons and Fractals. Das lustige daran: El Naschie ist Herausgeber und Chefredakteur dieser Publikation, die monatlich erscheint und läppische 4042 Euro im Jahr kostet. Und das war noch nicht mal alles. Immer wieder hat sich der „dubiose Wissenschaftler“, so der Zeitredakteur, in seinen Texten selbst zitiert und damit den sogenannten Impact Factor seiner Zeitschrift in die Höhe getrieben. Je höher dieser Wert ist, desto größer das Prestige des Magazins. Laut Drösser finden sich derzeit rund 3050 Zitate von El Naschies Texten in der Web of Science- Datenbank, rund 80% davon stammen vom Ägypter selbst.

Daraufhin habe ich damals meine ersten vorsichtigen Schritte in die Welt der Blogs gewagt und mich darüber amüsiert,  dass ein Mensch die Dreistigkeit haben kann, die Fachwelt solange an der Nase rumzuführen. Irgendwie ja auch bewundernswert, wenn einer das Gerücht streut, für den Nobelpreis nominiert zu sein, obwohl es für diese Auszeichnung gar keine Nominierungen gibt. Der gute Mo war eigentlich auch schon fast vergessen, hätte mich nicht  ein anderer Blogger darauf aufmerksam gemacht, dass der Artikel aus dem Zeit-Archiv verschwunden ist.  (Warum löscht die Zeit Berichte raus?) Außerdem kamen immer mehr Leute mit dem Suchwort „El Naschie“ auf meine Seite. Also habe ich mich mal ein bißchen im Web schlau gemacht. Und siehe da, in verschiedenen Blogs und Foren sind grade heftige Diskussionen darüber entbrannt, warum der Artikel weg ist. Auf scienceblogs.de äußert sich Christoph Drösser selbst zu dem Thema:

Nur eine ganz kurze Stellungnahme vom Autor der Geschichte: Selbstverständlich hat es juristische Gründe, dass der Artikel vom Netz ist, El Naschie ist gerichtlich gegen die ZEIT vorgegangen.

Hat also der Redakteur schlampig ermittelt oder droht der in die Enge getriebene Wissenschaftler einfach nur mit massiven Strafzahlungen? Die Sachlage scheint nicht so einfach zu sein. Drösser will ohne seinen Anwalt nicht näher auf die Angelegenheit eingehen, dementsprechend ausgiebig wird in den Blogs spekuliert.  Zoran Skoda im n-category cafe:

I contacted one influential Nobel prize winner who knows El Nashchie and told me that he can’t or does not want to do much about it, and this is not a big thing and so on. And I was informed of huge influence of that guy in some middle east countries, what is not an argument which should be cited by a person of Nobel prize standing, and I feel it insulting for the decency of discussion. I do not care if the person is powerful; I care if he is right or wrong.

Besonders grotesk wird die Diskussion, als ein Blogger auf scienceblogs.de sich fürchterlich über die  Schmährufe gegen El Naschie erbost und von einer Verschwörung gegen den Ägypter spricht:

Es ist in der Tat erschreckend, dass eine renomierte Zeitung wie Die Zeit solche skandalösen Behauptungen ungeprüft aufstellen. Wenn der Leser dann erfährt, dass die meisten der Behauptungen über Professor Dr. Mohamed EL Naschie entweder inakkurat oder sogar total erfunden sind, dann muss man sich fragen warum das alles. Was bewegt so viele Leute dazu einen Charaktermord zu begehen. Meiner Meinung sind die Gründe eindeutig und ebenso skandalös. Das Ganze hängt damit zusammen, dass Professor EL Naschie, sowie 2 anderen Kollegen, der kanadische Physiker Garnet Ord und der französische Astrophysiker Laurent Nottale eine gewichtige und offensichtlich revolutionäre allgemeine Theorie aufgestellt haben. […] Dennoch jeder der diese Sache genau verfolgt merkt sofort, dass Interessengruppen zu einem heiligen Kampf gegen EL Naschie gerufen haben. […] Die verleumderischen und fast obszönen Attacken von Herrn Christoph Drösser kann nur als ein verzweifelter Versuch gesehen werden seinem Kollegen Schiermeier zur Rettung zu kommen. Sie können versichert sein, dass diese verleumderischen Behauptungen ein sehr ernstes Nachspiel haben werden in den deutschen und englischen Gerichten.

Okay, da ist wohl einer ein Anhänger El Naschies. Die Antwort folgt auf dem Fuss:

Die von Ihnen benutzten Begriffe „Charaktermord“, „heiliger Kampf gegen EL Naschie“ sind die Worte eines egomanischen Fanatikers, der den Bezug zur Verhältnismässigkeit verloren hat. Gleichzeitig ist z.B. das Wort Charaktermord eine genaue Übersetzung des Begriffs „character assassination“, der in den Blogs von fürsprechenden Scheinidentitäten mit Kairoer IP-Adresse verwendet wird. Dass Wort gibt es sonst gar nicht, es ist daher wie Ihr unverwechselbarer Fingerabdruck, Herr Baron. Ihr Kommentar liest sich wie eine Übersetzung einiger Blog-Einträge dort, und Ihren brieflichen Androhungen rechtlicher Schritte gegenüber der UC Riverside, an der John Baez beschäftigt ist.
Sie sind nicht D. Baron, sondern Sie sind Herr El-Naschies selbst. Obszön ist Ihr Journal und nicht die Aufarbeitung des unfassbaren Vorgangs, den Sie verschuldet haben. Je mehr Sie übrgens von „Charaktermord“ und „Verschwörung gegen El-Naschie“ reden, sich selbst in eine Reihe mit Einstein, Hawkins und Feynman stellen, mit Nobelpreisträgern fotografieren lassen, und Ratschläge zur Verhinderung des Alterungsprozesses beim Menschen veröffentlichen, desto deutlicher wird auch jedem Nichtwissenschaftler werden, dass Sie sehr hoch auf dem „crackpot index“ (Spinnerskala) rangieren. Eine im Internet veröffentlichte sehr amüsante Liste von für Ihren Schlag typischen Äußerungen, Vorgehensweisen, Anschuldigungen und Verdächtigungen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie dennoch einen guten Weg heraus aus dieser Affäre finden können. Aber suchen Sie die Schuld nicht nur bei den anderen, auch wenn Sie möglichweise damit recht hätten, denn u.a. die verbreitete Nachlässigkeit im Wissenschaftsbetrieb, der Hang zum Esoterischen und die Bereitschaft Ihnen alles zu glauben haben Ihr Vorgehen sicher sehr unterstützt.

Das geht jetzt noch eine Weile so hin und her. Sehr amüsant. Ich werde das weiter verfolgen und bin gespannt, wie der überarbeitete Artikel der Zeit aussehen wird…

P.S.: Die Anwälte von „Mo“ El Naschie sind ja zur Zeit schwer beschäftigt. Damit auch ich nicht noch Post von denen bekomme, gebt mir bitte Bescheid, wenn euch heikle Passagen in meinem Text auffallen sollten:)

Mein neuer Freund

März 4, 2009

Seit Tagen will ich mal vor 2 Uhr ins Bett, aber ständig kommt was dazwischen. Heute war es wieder mal das böse Internet. Doch es hat sich gelohnt, die guten Vorsätze zumindest für heute nochmal beiseite zu schieben. Neben diversen interessanten Blogs hat es mir unter Anderem eine Filmseite ganz besonders angetan: Der moviepilot.

Hat man sich ersteinmal registriert (man muss keine persönlichen Daten angeben) kann man anfangen, Filme aus den letzten Jahrzehnten auf einer Skala von 0 bis 10 zu bewerten. Und das Archiv ist riesig. Mindestens zehn Bewertungen muss man abgegeben haben, bis der moviepilot ein Profil von deinen cineastischen Vorlieben erstellt hat. Bei jedem Film steht nun eine Punktzahl, die dir eine grobe Orientierung gibt, ob der Film was für dich ist. Je mehr Bewertungen du abgibst, desto besser soll dein Geschmack getroffen werden. Mir hat mein neuer Freund beispielsweise den „Ja-Sager“ mit Jim Carrey empfohlen, der seit dem 19.2. im Kino läuft. Anscheinend hat mir der Film zu gefallen;) Nicht mal ich kann meinen Kino-Geschmack einschätzen. Mal sehen, ob es der moviepilot kann…

Ebenfalls ein unterhaltsames Gimmick ist der Trailer-Quiz, bei dem für wenige Sekunden ein Filmtrailer gezeigt wird und man erraten muss, wie der Streifen heißt. Vier Antworten stehen daneben. Nach und nach verschwindet aber eine Lösungsmöglichkeit. Das macht die Aufgabe zwar leichter, aber dafür gibt es auch weniger Punkte. Mit jeder falschen Antwort verliert man ein Leben. Ich hatte 27XX Zähler beim zweiten Versuch. Die Highscore liegt aber im siebenstelligen Bereich. Also viel Spaß damit…

Lustig

März 3, 2009

Mit den heutigen Mainstream-Comeadiens kann ich gar nichts anfangen. Primitiver Humor mit dem Vorschlaghammer füllt zwar derzeit riesige Hallen, aber lustig finde ich’s trotzdem nur ganz ganz selten. Cindy, Oli und Co. einigen sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, was raus kommt ist ein zäher Einheitsbrei.

Wirklich gute Ausnahmen sind selten. Eine davon ist der Kabarettist Volker Pispers. Ich habe die Playlist auf Youtube verlinkt. Nehmt euch ein bisschen Zeit und dann viel Spaß!!!

Aiman Abdallah vs. post-apokalyptische Zukunft

März 2, 2009

Die neue Woche starten wir heute mal mit einem Quiz. Nachfolgend seht ihr zwei Videos. Erst ein Ausschnitt aus einer Fernsehreportage über die Suche nach dem heiligen Gral und dann eine Diskussionsrunde, in der sich Fachleute über die pädagogische Wirkung von Computerspielen auslassen. Einer der beiden Filme ist Satire und nicht ganz ernst gemeint, der andere hat den Anspruch, seriös aufklären zu wollen.

Das erste Video:

Es macht mich schon fertig, dass nicht mal das deutsche Privatfernseh den Heiligen Gral finden kann. Ich finde den Gedanken einfach zu lustig: Aiman Abdallah bekommt von ProSieben 1.000.000 US-Dollar, um damit einen Informanten zu bezahlen, der angeblich Hinweise auf das Versteck des Heiligen Grals hat. Schade, dass dann das Handy klingelt und das Rechercheteam mit „wichtigen Informationen“ anruft. Sonst wäre das Geld nämlich weg gewesen.

Und hier ist das Zweite Video:

„Bereiten Videospiele unsere Jugend adäquat auf die post-apokalyptische Zukunft vor?“ Diese Expertenrunde beantwortet elementare Fragen, die für die heutige Jugend bestimmt mal von Bedeutung sind. Wie führt man eine Eliteeinheit von Super-Soldaten an? Tötet man einen Cyborborg besser mit Granaten oder mit dem Maschinengewehr? Was macht man, wenn man einem mutierten Riesenkäfer gegenüber steht?

Was ist also ernst gemeint und was ist Satire?

Ich gebe zu, die Frage war alles andere als leicht. Aber auch wenn die Galileo Reportage noch so lächerlich wirkt, sie ist leider vollkommen ernst gemeint. Und die Diskussion über die Videospiele ist  tatsächlich nur Satire.
Der Mystery-Ableger der ProSieben-Produktion ist quasi die Bild-Zeitung der TV-Wissensshows. Die Redakteure scheinen mehr wert auf Unterhaltung, Sensationslust und Klischees zu legen als auf Faktizität und Objektivität. Schnelle Schnitte, Lichteffekte und eine theatralische Intonation des Sprechers tun ihr Übriges. Die Themen sind stets absurd und schon so ausgesucht, dass es letztendlich keine Aufklärung geben kann. Dennoch ist Aiman Abdallah, der alte Fuchs, jedesmal kurz davor, die großen Rätsel der Menschheit aufzudecken. Spuken Geister durch unsere Wohnzimmer, sind Ufos schon auf der Erde gelandet oder wie läuft so ein Exorzismus eigentlich ab? Leider scheitern der Moderator und sein Team am Ende immer kurz vor der Lösung. Schade. Aber es ist trotzdem jedesmal ein großer Spaß, Aimans Parodie auf sich selbst zu sehen. Viel lustiger können es die Profis von „switch reloaded“ auch nicht machen…